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Meta Odense, Stockholm Exergi, Microsoft Espoo: Drei europäische Pioniere im Zahlenvergleich

TL;DR

  • Meta Odense: 45 MW installiert, ~215.000 MWh/Jahr, mehr als 12.000 Haushalte versorgt.
  • Stockholm Exergi: über 100 GWh/Jahr von 20 Lieferanten; Ziel 10 % des Wärmebedarfs der Stadt.
  • Microsoft/Fortum Espoo: ~40 % des Fernwärmebedarfs von 250.000 Menschen; Start geplant 2026.
  • Alle drei Projekte basieren auf Wärmepumpen zur Temperaturanhebung.
  • Der Schlüssel ist eine langfristige Partnerschaft mit dem lokalen Netzbetreiber — nicht die Technologie allein.

1. Ausgangslage

Dass RZ-Abwärme skalierbar ins Fernwärmenetz eingespeist werden kann, ist keine Hypothese mehr. Drei europäische Projekte liefern belastbare Kennzahlen — unter unterschiedlichen regulatorischen und klimatischen Bedingungen.

2. Datenbild

ProjektInstallierte LeistungWärme/JahrVersorgte HaushalteStatus
Meta / Fjernvarme Fyn, Odense (DK)~45 MW~215.000 MWh>12.000In Betrieb seit 2019
Stockholm Data Parks (SE)k. A. gesamt>100 GWh (20 Lieferanten)~31.000 WohnungenLaufend, seit 2014
Microsoft / Fortum, Espoo (FI)k. A.k. A.250.000 Einwohner (40 % Bedarf)Geplant ~2026

Quellen: Ramboll/Fjernvarme Fyn; EnergiRaven; Aquatherm-Blog 2025

Das Tietgenbyen Energy Center in Odense war das größte Wärmepumpenprojekt Dänemarks und stellte erstmalig Abwärme aus einem Hyperscale-Rechenzentrum in diesem Maßstab zurück. In Stockholm betreibt Stockholm Exergi seit 1979 Wärmerückgewinnung — seit 2012 über das offene Modell „Open District Heating", das mehr als 800.000 Menschen mit Wärme versorgt.

3. Implikation für Kommunen und Stadtwerke

Alle drei Projekte teilen ein strukturelles Merkmal: Es war jeweils der Fernwärmenetzbetreiber — Fjernvarme Fyn, Stockholm Exergi, Fortum — der die Wärmepumpeninfrastruktur gebaut und betrieben hat. Der RZ-Betreiber liefert die Niedertemperaturwärme und erhält dafür eine Kostenbeteiligung oder Netzentlastung. Für Stadtwerke bedeutet das: Die Initiative muss von ihnen ausgehen. Wer Abnehmer für RZ-Abwärme werden möchte, braucht Wärmepumpenkapazität auf seiner Seite — und einen Wärmenetzausbauplan, der diese Quelle strukturell einplant.

4. Wo P2H andockt

P2H adressiert explizit kleinere und mittlere Stadtwerke, die nicht das Investitionsvolumen eines Fjernvarme-Fyn-Projekts aufbringen können. Die modulare 5-kW-bis-1-MW-Architektur erlaubt Entry-Points unterhalb der Hyperscale-Schwelle. Das Einschränkende ist analog: Auch P2H-Module benötigen einen hydraulisch angebundenen Abnehmer auf Stadtwerke-Seite.

5. Ausblick

Allein in Irland könnte die Nutzung von RZ-Abwärme rechnerisch 1,6 Mio. Haushalte versorgen. Das Potenzial ist vorhanden — die Frage ist, wer die Systemintegration organisiert und finanziert. Die drei Pioniere zeigen, dass es funktioniert; sie zeigen aber auch, dass es ohne eine strukturierte Partnerschaft zwischen RZ-Betreiber und Wärmenetzbetreiber nicht gelingt.

Quellen

  1. Ramboll (2020/2023): Meta surplus heat to district heating, Odense. https://www.ramboll.com/en-us/projects/energy/meta-surplus-heat-to-district-heating
  2. EnergiRaven (2025): Stockholm's Open District Heating. https://www.energiraven.com/harnessing-excess-heat-lessons-from-stockholms-open-district-heating/
  3. Aquatherm-Blog (2025): Using waste heat from data centres. https://blog.aquatherm.de/en/using-waste-heat-from-data-centres-turning-digital-heat-into-community-warmth
  4. Stockholm Data Parks / DigiPlex (2018). https://stockholmdataparks.com/2018/03/12/digiplex-data-center-heat-10000-stockholm-households/

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